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Welche Gaserzeuger erfüllen die CE/BV-Zertifizierung?

2026-01-20 14:46:04
Welche Gaserzeuger erfüllen die CE/BV-Zertifizierung?

CE-Zertifizierungsgrundlagen für Gasmotorgeneratoren

Wesentliche EU-Richtlinien für Gasmotorgeneratoren: Maschinenrichtlinie, EMV-Richtlinie, Niederspannungsrichtlinie und Ökodesign-Richtlinie

Für gasbetriebene Generatoren, die Zugang zum europäischen Markt benötigen, gibt es vier Haupt-Richtlinien der EU, denen sie folgen müssen. Zunächst die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die Aspekte wie mechanische Gefahren, Betriebssicherheit während des Gebrauchs und ordnungsgemäße Risikobeurteilungen betrachtet. Hersteller müssen hier bestimmte Normen einhalten, beispielsweise EN ISO 8528-5 hinsichtlich Vibrationsprüfungen und IEC 60034-1 zur Überprüfung der thermischen Leistung. Danach folgt die Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV-Richtlinie) 2014/30/EU. Diese regelt die Begrenzung von Emissionen, sodass diese keine Störungen bei anderen Geräten verursachen, und prüft zudem, ob der Generator Störungen wie plötzliche Spannungsabfälle verkraften kann. Im Bereich elektrische Sicherheit regelt die Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) wichtige Aspekte wie ordnungsgemäße Isolierung, Schutz vor Stromschlägen und das Verhalten bei Störungen im Stromfluss. Zuletzt, aber keineswegs am wenigsten wichtig, ist die Ökodesign-Richtlinie aus dem Jahr 2009/125/EG. Diese fördert eine bessere Energieeffizienz über den gesamten Produktlebenszyklus und verlangt die Bewertung ökologischer Auswirkungen. Daher nehmen Konstrukteure häufig Änderungen vor, um langfristig sowohl den Kraftstoffverbrauch als auch die unerwünschte Wärmeentwicklung zu reduzieren.

Emissions- und Leistungsrichtwerte: EU-Verordnung 2016/1628 und Anforderungen nach EN 61000-6-4

Gemäß der EU-Verordnung 2016/1628 müssen alle stationären Gasmotoren mit einer Leistung unter 560 kW die Abgasstufe V erfüllen. Diese schreibt vor, dass die Stickoxidwerte 90 mg pro kWh nicht überschreiten dürfen und die Kohlenwasserstoffemissionen maximal bei 50 mg pro kWh liegen dürfen. Hinsichtlich elektromagnetischer Verträglichkeit definiert der Standard EN 61000-6-4, was als akzeptabel für Industrieausrüstung gilt. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass gestrahlte Emissionen unter 30 dBμV/m gehalten werden müssen und sichergestellt sein muss, dass Systeme Spannungseinbrüche von bis zu 30 % ohne Funktionsunterbrechung verkraften können. Um nachzuweisen, dass diese Spezifikationen in der Praxis funktionieren, führen Hersteller umfangreiche Tests durch, die 500 Stunden andauernden Dauerbetrieb unter simulierten realen Bedingungen umfassen, welche tatsächlichen Netzsynchronisationsszenarien nachempfunden sind. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, riskiert schwerwiegende Konsequenzen gemäß den EU-Marktüberwachungsregeln. Geldstrafen können weit über 180.000 Euro hinausgehen, weshalb eine unabhängige Zertifizierung durch eine externe Stelle unbedingt erforderlich bleibt, bevor ein Produkt auf den Markt gebracht wird.

Bureau Veritas (BV) Zertifizierungsprozess für stationäre Gasstromerzeuger

Typgenehmigungsablauf: Konformität mit ISO 8528-1, Prüfung der Brennstoffflexibilität und Sicherheitsvalidierung

Die Zertifizierung nach Bureau Veritas (BV) für stationäre Gasstromaggregate beginnt mit der Typzulassung gemäß ISO 8528-1, die weltweit den Standard darstellt und alle Regeln festlegt, wie diese Maschinen funktionieren, sicher bleiben und geprüft werden sollen. Der Zertifizierungsprozess prüft, ob der Generator unterschiedliche Brennstoffe wie Erdgas, Biogasgemische und sogar Propanmischungen bewältigen kann, wenn sich Lasten ändern und Außentemperaturen schwanken. Bei Sicherheitsaspekten wird unter anderem geprüft, ob die Maschine automatisch herunterfährt, wenn nötig, wie schnell Gaskonzentrationslecks erkannt werden, die Ablufttemperaturen überwacht werden und die strukturelle Integrität auch bei steigendem Innendruck gewährleistet bleibt. Hersteller müssen umfangreiche Unterlagen einreichen, einschließlich tatsächlicher Prüfergebnisse, Berechnungen zu ihren Konstruktionen sowie Risikobewertungen, die von Dritten überprüft werden. Dieser gesamte Prozess dauert in der Regel 8 bis 12 Wochen und endet mit einem Typprüfzeugnis. Dieses Dokument ist unerlässlich, um das CE-Zeichen zu erhalten und den Marktzugang weltweit zu ermöglichen.

Praxisnahe Verifizierung: Durch BV zertifiziertes Modell in deutscher BHKW-Anwendung (Erkenntnisse aus der Prüfung 2023)

Nach der Zertifizierung durchgeführte Feldaudits bestätigen die dauerhafte Einhaltung von Vorschriften in Betriebsumgebungen. Eine Prüfung im Jahr 2023 an einem nach BV zertifizierten 34SG-Generator, der in einer deutschen Blockheizkraftwerksanlage (BHKW) eingesetzt wird, lieferte überzeugende Beweise für Zuverlässigkeit unter Realbedingungen:

  • 94,2 % Verfügbarkeit über 6.500 Betriebsstunden
  • NOx-Emissionen konstant unter 250 mg/Nm³ trotz schneller Lastwechsel
  • Nahtloses, automatisches Umschalten zwischen Erdgas- und Biogas-Zufuhr
  • Gehäuseintegrität mit einer Schadstoff-Eindringungsverhinderungsrate von 99,8 % aufrechterhalten
    Diese Ergebnisse bestätigen, dass der Zertifizierungsrahmen von BV theoretische Konformität mit praktisch belegter Langlebigkeit verbindet – was langfristige Anlagenleistung und regulatorisches Vertrauen unterstützt.

Doppelt zertifizierte Gasstromgeneratoren: CE + BV zugelassene kommerzielle Modelle

Top 4 marktbestätigte Modelle: MTU Series 1000, Kohler PW2500G, FG Wilson P90 und Cummins GTPC-125

Vier kommerziell eingesetzte Modelle veranschaulichen eine erfolgreiche Doppelzertifizierung nach CE- und Bureau-Veritas-Rahmenbedingungen:

  • MTU Series 1000 (200–400 kVA): Konzipiert für urbane Mikrogrids mit integrierter SCR-Nachbehandlung und Geräuschdämpfung gemäß ≤55 dB(A) in 1 m Abstand.
  • Kohler PW2500G (375 kVA kontinuierlich): Für sicherheitskritische Anlagen konzipiert, mit adaptivem Lastmanagement und ausfallsicherer Steuerungsarchitektur, die für den Einsatz in Krankenhäusern und Rechenzentren validiert ist.
  • FG Wilson P90 (90 kVA): Kompakte, vibrationsgedämpfte Einheit, optimiert für lärmempfindliche Standorte – erreicht <52 dB(A) in 1 m Abstand bei gleichzeitig gewährleisteter Integrität des Gehäuses gemäß IP54.
  • Cummins GTPC-125 (125 kVA): Bivalent fähiges Modell, das in 19 europäischen Industrieanlagen bewährt ist und einen thermischen Wirkungsgrad von 39 % erreicht – 12 Prozentpunkte über dem Mindeststandard der Ökodesign-Richtlinie.

Alle Einheiten halten eine Schallleistung von ≤55 dB(A) ein und übertreffen die EU-NOx-Grenzwerte der Stufe V um mindestens 40 %, was zeigt, wie eine doppelte Zertifizierung messbare Leistungssteigerungen jenseits der Basiskonformität ermöglicht.

Wesentliche Konstruktionsmerkmale, die eine Doppeltertifikation ermöglichen: Gehäuseintegrität, Steuerungssystemarchitektur und Abgasnachbehandlung

Drei miteinander verbundene ingenieurtechnische Strategien bilden die Grundlage für die doppelte CE/BV-Zulassung:

  • Gehäuseintegrität : IP54-geschützte Gehäuse integrieren Druckausgleichssysteme, Expansionsentlastungsplatten und korrosionsbeständige Legierungen (z. B. AISI 316 Edelstahl), um die Ansammlung gefährlicher Gase zu verhindern und die Sicherheit des Personals in klassifizierten Bereichen sicherzustellen.
  • Steuerungssystemarchitektur : Redundante, PLC-basierte Steuerungssysteme erreichen Reaktionszeiten bei Fehlern von <20 ms und erfüllen die Anforderungen der Norm EN 61000-6-4 hinsichtlich Störfestigkeit – was einen stabilen Betrieb während Netzstörungen und transienter Lasten ermöglicht.
  • Abgasnachbehandlung : Katalytische Reduktionsmodule (Oxidation + selektive katalytische Reduktion) liefern NOx-Emissionen konstant unter 100 mg/Nm³ – übertreffen die EU-Stufe-V-Grenzwerte um 40 % und ermöglichen Biogaskompatibilität ohne Leistungsabschaltung.

Feld­daten aus zertifizierten Installationen zeigen eine durchschnittliche Verfügbarkeit von 99,3 % und eine Verringerung der Fehlereskalation um 92 % (ISO 8528-1 Fallstudien, 2024). Entscheidend ist, dass das modulare Komponentendesign Upgrades – wie den Austausch des Katalysators oder Firmware-Aktualisierungen – erlaubt, ohne eine vollständige Neuzertifizierung auszulösen, wodurch die Gesamtbetriebskosten deutlich gesenkt werden.

FAQ-Bereich

Was ist die CE-Zertifizierung?

Die CE-Zertifizierung bestätigt, dass ein Produkt die Anforderungen der EU hinsichtlich Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz erfüllt. Sie stellt sicher, dass das Produkt mit den geltenden grundlegenden Richtlinien in Europa konform ist.

Warum ist die Bureau-Veritas-Zertifizierung wichtig?

Die Bureau-Veritas-Zertifizierung bietet eine unabhängige Bestätigung, dass der Stromgenerator festgelegte Standards für Qualität, Sicherheit, Effizienz und Leistung erfüllt. Sie verbessert den Marktzugang und das Vertrauen der Verbraucher.

Was sind die Abgasstufe-V-Normen?

Die Abgasstufe-V-Normen begrenzen Schadstoffemissionen von Motoren, die in mobilen Maschinen und Geräten eingesetzt werden. Ziel ist es, die Umweltbelastung durch die Begrenzung von Stickoxid-, Kohlenwasserstoff- und Partikelemissionen zu verringern.

Wie lange dauert die Erteilung der Bureau-Veritas-Zertifizierung?

Der Zertifizierungsprozess dauert in der Regel 8 bis 12 Wochen und umfasst Typprüfungen, Überprüfungen der Dokumentation sowie Sicherheitsbewertungen.